Bronwyn Louw

Bronwyn Louw

Stipendiatin des Zwei-Jahresthemas

2026 – 2028

Bronwyn Louw forscht zum Thema ‘Die heutigen Ruinenmauern sind erfüllt von diesem unermesslichen Gedächtnis.‘ Genealogien und (Neu-)Erfindungen einer Agrarpoetik an den Pfirsichmauern von Montreuil im Rahmen des Zwei-Jahresthemas »Das Bild der Stadt« am DFK Paris. 

Forschungsschwerpunkte toggler toggler

Das Forschungsprojekt ‘Die heutigen Ruinenmauern sind erfüllt von diesem unermesslichen Gedächtnis.‘ Genealogien und (Neu-)Erfindungen einer Agrarpoetik an den Pfirsichmauern von Montreuil untersucht landschaftliche, künstlerische und landwirtschaftliche Praktiken, die danach streben, das Erbe der einstigen »grünen Vorstadt von Paris« anzutreten und sich zugleich mit deren Verschwinden auseinanderzusetzen.


Das Forschungsprojekt verortet sich in der Geschichte der Gärten und nimmt als zentrales Untersuchungsfeld das Gebiet der sogenannten »Pfirsichmauern« (murs à pêches) in Montreuil in den Blick, wo seit dem 17. Jahrhundert eine dichte Form des Obstbaus entwickelt wurde. Diese landwirtschaftlich genutzten Flächen wurden ab den 1950er-Jahren weitgehend beseitigt. Ökologische und zivilgesellschaftliche Kämpfe haben jedoch zur Bewahrung einiger Parzellen geführt, die von der agrarischen Vergangenheit der Stadt zeugen.


Es gilt, dieses Ruinengedächtnis zu charakterisieren, in dem sich die Hinterlassenschaften eines bedeutenden Ortes der Gartengeschichte mit Abfällen, Verschmutzungen und Nutzungskonflikten verbinden. Untersucht werden dabei unter anderem die Rückgriffe auf Archive zur Gestaltung von Stadtvierteln, in denen landwirtschaftliche und urbane Formen miteinander verflochten sind, sowie die Wiederbelebung von Techniken der sogenannten »Montreuilloiser Methode«, etwa des Spalierobstschnitts oder der »Markierung« der Früchte. Zugleich geht es um Versuche, das Verschwinden dieser Landschaften als Erbe anzutreten und sich der verbliebenen Fragmente anzunehmen.


Ausgehend vom Patchwork der Parzellen der Pfirsichmauern fragt das Projekt nach den Genealogien und Neuerfindungen der Bilder und Praktiken einer »landwirtschaftlichen Stadt«, die heute zwischen Erinnerung und Wunsch angesiedelt ist.

Zur Person toggler toggler

Werdegang toggler toggler

Als Preisträgerin des »Jeune chercheuse«-Preises 2024 der Fondation des Treilles verfasst Bronwyn Louw an der EHESS eine von Marielle Macé und Jean-Marc Besse betreute Dissertation über zeitgenössische Obstgärten. In ihrem »agropoetischen« Ansatz versucht sie, die materiellen und literarischen Kulturen des Obstgartens anhand des Konzepts der Sympoiesis zu interpretieren. Diesem Thema hat sie mehrere Veröffentlichungen gewidmet, darunter The Sympoietic Orchard: Everyday Ways of Co-creating an Orchard (Springer, 2024) und Faire avec la friche. Une approche agropoétique du verger (Ethnoécologie, 2025).
Darüber hinaus hat sie sich mit dem Konzept der »Flechten-Schrift« (écriture lichen) auseinandergesetzt, um die Grundlagen einer »Sympoetik« zu skizzieren, insbesondere in dem Artikel Entre lichens et poètes : l’émergence d’une sympoétique (Mosaïque, 2024). Gemeinsam mit Marion Grange gab sie den Band Les Migrations des plantes (Manuella, 2024) heraus und verfasste mit ihr den Artikel La Migration des racines : alliances sympoïétiques au sein des transmigrations planétaires (Hybrida, 2026).

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