Robert Schlücker

Robert Schlücker

Stipendiat des Zwei-Jahresthemas

2026 – 2028

Robert Schlücker forscht zum Thema Fotografie (in) der „umkämpften Stadt“. Protest, Partizipation und künstlerischer Anspruch in Bildern urbaner Communities und Architekturen, ca. 1965–1985 im Rahmen des Zwei-Jahresthemas »Das Bild der Stadt« am DFK Paris.

Forschungsschwerpunkte toggler toggler

Seit dem Ende des 18. Jahrhunderts war der urbane Raum zentraler politischer Versammlungs- und Aushandlungsort. Im Laufe der 1960er Jahre wurde er jedoch zunehmend selbst zum Gegenstand gesellschaftlicher Debatten und Proteste. Kritisiert wurden städtebauliche Entwicklungen, die soziale Dynamiken und gewachsene Strukturen urbaner Räume nur unzureichend berücksichtigten – etwa der Abriss historischer Bausubstanz oder die Errichtung von Stadtautobahnen. In diesen städtebaulichen Konflikten verdichteten sich zugleich übergeordnete gesellschaftliche Herausforderungen wie wachsende soziale Ungleichheit und Umweltverschmutzung.


Im fotografischen Diskurs der Bundesrepublik der 1960er bis 1980er Jahre nehmen Bilder dieser „umkämpften Stadt“ eine wichtige Rolle ein. Die urbanen Protestaktivitäten der Neuen Sozialen Bewegungen brachten eine vielfältige visuelle Kultur hervor und wurden medial umfassend dokumentiert. Zugleich stellen topografische Aufnahmen städtischer Siedlungslandschaften und Milieustudien zumeist urbaner Communities zentrale Genres dokumentarischer Fotografie dar, die nicht nur in journalistischen Reportagen aufgegriffen werden. Auch in einem künstlerischen Kontext, in dem die Fotografie in diesem Zeitraum zunehmend anerkannt wird, reflektieren Künstler:innen anhand von Bildern der Stadt über den Wirklichkeitsgehalt oder die soziale Wirksamkeit des Mediums. 


Das Projekt widmet sich unterschiedlichen fotografischen Praxen und Kontexten, in denen die politisierten Debatten um die Stadt dokumentiert, reflektiert und aktiv mitgestaltet wurden. Untersucht werden soll, in welchem Verhältnis (sozial-)politische Anliegen und künstlerischer Anspruch in Bezug auf dokumentarfotografische Praxis ab den 1960er Jahren stehen und inwiefern urbanistische und stadtpolitische Debatten im Kunstfeld aufgegriffen und verhandelt wurden.

Zur Person toggler toggler

Werdegang toggler toggler

Seit September 2026 Stipendiat am DFK mit einem Projekt zu Fotografie (in) der „umkämpften Stadt“. Protest, Partizipation und künstlerischer Anspruch in Bildern urbaner Communities und Architekturen, ca. 1965–1985. Zuvor von 2025 bis 2026 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Kunst und neue Medien, Institut für Kunst- und Bildgeschichte, Humboldt-Universität zu Berlin. 2019 bis 2025 Studium der Kunst- und Bildgeschichte in Bonn, Paris, Bochum, Berlin und New York. Abschluss des BA-Studiums mit einer Arbeit zu Mail Art-Ausstellungen in den 1970er Jahren. Masterarbeit zu Timm Rauterts Bildanalytischer Photographie und der Bedeutung von Medienreflexivität für das Verhältnis von Kunst und Fotografie um 1970. Zudem Kunstkritiken für taz, Texte zur Kunst und die ZEIT.

Kontakt

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