Jörg Ebeling – Von Pompeji nach Paris. Zur Rezeption römisch-antiker Motive in der französischen Innendekoration des Empire
DFK hors les murs
Jörg Ebeling – Von Pompeji nach Paris. Zur Rezeption römisch-antiker Motive in der französischen Innendekoration des Empire
Anlässlich der zurückliegenden Baumaßnahmen in Schloss Villa Ludwigshöhe in Edenkoben sowie noch andauernde Arbeiten in Schloss Herrnsheim in Worms veranstalten die Direktionen Burgen, Schlösser, Altertümer und die Landesdenkmalpflege eine Fachtagung über neopompejanische Wand- und Deckenmalereien. In diesem Rahmen hält Jörg Ebeling am Dienstag, 19. Mai um 13:30 Uhr den Vortrag „Von Pompeji nach Paris. Zur Rezeption römisch-antiker Motive in der französischen Innendekoration des Empire”.
Ein diplomatisches Geschenk des Königs von Neapel machte die römische Antike erstmals in Paris greifbar: 1803 erreichten hunderte Objekte aus den Ausgrabungen in Herculaneum und Pompeji die französische Hauptstadt, darunter Vasen, bronzene Dreifüße, Lampen und Tafelbilder, die Ferdinand IV. aus dem Bestand seines Museums in Portici für den ersten Konsul Napoleon Bonaparte zusammengestellt hatte. Als Teil der Sammlungen seiner Ehefrau Josephine de Beauharnais in ihrem Landgut Malmaison entfalteten die zuvor nur aus der Druckgrafik bekannten antiken Monumente eine neue Wirkung auf die Innendekoration und das Kunsthandwerk der Zeit. Besonders angetan war die zukünftige Kaiserin von Frankreich von dem Ensemble von neun Tafelbildern mit den Darstellungen von Apollo und acht Musen aus der „Praedia” der Julia Felix in Pompeji, das sie ikonographisch wie stilistisch für die neu zu entwerfende Innenausstattung im Stadtpalast ihres Sohnes Eugène heranzog. Mit einer für die Zeit einzigartigen Analogie des jungen Hausherrn mit dem Gott des Lichtes und der Künste Apollo wird das Palais Beauharnais in der Folge zu einem neuen Musentempel umgedeutet, dessen Luxus und malerische Ausstattung mit den kaiserlichen Palästen der römischen Antike zu wetteifern suchte. Vor dem Hintergrund der Entwicklung des Empirestils durch die Architekten Charles Percier und Pierre-François-Léonard Fontaine beleuchtet der Vortrag am Beispiel des Palais Beauharnais die Präsenz römisch-antiker Motive in der französischen Innendekoration um 1800.
Die Anmeldung zur Tagung erfolgt per Mail an: bsa.anmeldung@gdke.rlp.de
Anmeldeschluss ist der 20. April 2026.
Weitere Informationen zu den Anmeldemodalitäten entehmen Sie bitte dem Programm.
Beteiligte Kolleg:innen des DFK Paris