Elise Hudelle

Elise Hudelle

Stipendiatin

September 2026 – Februar 2027

Elise Hudelle forscht zum Thema Vor der Institutionalisierung. Die Groupe des XV (1946-1958): Professionalisierung, Formierung und Internationalisierung der Fotografie in den 1950er-Jahren im Rahmen des DFK Paris x INHA Stipendiums.

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Vor der Institutionalisierung. Die Groupe des XV (1946-1958): Professionalisierung, Formierung und Internationalisierung der Fotografie in den 1950er-Jahren


Wenn die 1970er-Jahre in der Geschichte der Fotografie als Schlüsselmoment für die Anerkennung des Mediums gelten, so ist die Zeitspanne, die mit der Nachkriegszeit beginnt und bis in die 1960er-Jahre reicht, durch die Herausbildung und Strukturierung eines fotografischen Feldes geprägt. Diese Entwicklung vollzieht sich durch die Organisation der professionellen Fotografie, durch ihre zunehmende Sichtbarkeit in den Institutionen sowie durch ihre internationale Vernetzung. Mit vorangetrieben wird diese Bewegung von den Mitgliedern der Groupe des XV (1946-1958), einer Gruppe professioneller Fotografen, die sich als „photographes-illustrateurs“ bezeichnen. Die Mitglieder der Groupe des XV, die im wichtigsten Berufsverband der Fotografen, der Confédération française de la photographie, aktiv sind, setzen sich für die Anerkennung ihres Berufs ein, fordern die Beachtung eines spezifischen Urheberrechts für Fotografen und professionalisieren die fotografische Ausbildung. Die XV rufen an der Bibliothèque nationale die Salons nationaux de la photographie ins Leben und setzen sich in der Folge in Theorie und Praxis mit den Bedingungen von Foto-Ausstellungen in öffentlichen Institutionen auseinander. Über Ausstellungen und Zeitschriften entwickeln sie fruchtbare Beziehungen zu Fotografenvereinigungen in aller Welt. Die Untersuchung dieser Gruppe ermöglicht es, ihre Konzeption der Fotografie zu erfassen. Für die Mitglieder der Groupe des XV sind die Grenzen zwischen beruflicher Tätigkeit und künstlerischer Schöpfung durchlässig. Sie betonen die Verbindungen zwischen Literatur und Fotografie. Kollektiver Austausch sowie das spielerische Moment stellen für sie Quellen der Inspiration dar. Das Ende der Groupe des XV führt zum Verschwinden dieses offenen Fotografie-Verständnisses und lässt zwei unterschiedliche Wege hervortreten: die künstlerisch anspruchsvollen Ansätze der kreativen Fotografie einerseits und den Fotojournalismus der Agenturen andererseits. Die Geschichte der Groupe des XV zu schreiben bedeutet somit, eine Mikrogeschichte der Fotografie in diesen weitgehend im Verborgenen liegenden Jahren zu entwerfen.  In den verschiedenen Netzwerken des fotografischen Feldes- im professionellen und im Amateurbereich ebenso wie in Institutionen und der Industrie waren sie in Frankreich und international allgegenwärtig. Dabei ging es ihnen nicht nur darum, ihre Interessen zu vertreten, sondern auch darum, die Fotografie aufzuwerten.

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Werdegang toggler toggler

Élise Hudelle ist Doktorandin der Kunstgeschichte an der Université Paris Nanterre (HAR) und an der École du Louvre (Forschungszentrum), wo sie von Christian Joschke und Flora Triebel betreut wird. Sie hat zwei Abschlussarbeiten über Fotografen der Groupe des XV (1946-1958), Thérèse Le Prat und Lucien Lorelle, verfasst und wurde dafür mit dem Fra Angelico-Preis ausgezeichnet. In ihrer Dissertation untersucht sie diese Gruppe von Fotografen und Illustratoren innerhalb des fotografischen Feldes in Frankreich von der Nachkriegszeit bis in die 1960er-Jahre. Gemeinsam mit der Association de recherche sur l’image photographique (ARIP), deren Mitglied sie ist, organisiert sie das Kolloquium „Was Gruppen mit der Fotografie machen: Gruppierungen, Netzwerke, Kollektive“ (November 2026, INHA) mit. Ihre Texte sind in den Zeitschriften Focales und Photographica erschienen. Élise Hudelle ist Absolventin der École du Louvre und hat das französische Auswahlverfahren für den Staatsdienst als Attachée für die Erhaltung des Kulturerbes (attaché de conservation du patrimoine) in der Fachrichtung Museum erfolgreich absolviert. Von September 2026 bis August 2027 wird ihre Forschung vom DFK Paris und INHA gefördert.

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