Margaux Lavernhe

Margaux Lavernhe

Stipendiatin des Zwei-Jahresthemas

2026 – 2028

Margaux Lavernhe forscht zur fotografischen Darstellungen der Stadt Accra im Zusammenhang mit den Prozessen der Unabhängigkeit, der sozialen Reformen und des Nation Building, die Ghana zwischen den 1950er und 1970er Jahren durchlief, im Rahmen des Zwei-Jahresthemas »Das Bild der Stadt« am DFK Paris.

Forschungsschwerpunkte toggler toggler

Das Forschungsprojekt befasst sich mit fotografischen Darstellungen der Stadt Accra im Zusammenhang mit den Prozessen der Unabhängigkeit, der sozialen Reformen und des Nation Building, die Ghana zwischen den 1950er und 1970er Jahren durchlief. Als Hauptstadt des ersten Landes in Subsahara-Afrika, das 1957 unter der Führung von Kwame Nkrumah seine Unabhängigkeit erlangte, wurde Accra auch zum neuen kontinentalen Zentrum des Panafrikanismus. Damit bot die Stadt der Utopie der afrikanischen Befreiung ihre sichtbarste Bühne, die sowohl auf lokaler als auch auf internationaler Ebene Beachtung fand.
Die Bilder der Stadt verweisen auf ein bestimmtes, konflikthaftes Spannungsfeld zwischen unterschiedlichen Sichtweisen, die dieses Forschungsprojekt zu kartieren beabsichtigt. Der normativen Bildsprache des neuen Nationalstaats, die sich auf Stadtplanung, die Monumentalisierung der Hauptstadt und deren modernistische Architektur stützt, steht die gleichsam zu erkundende Bildsprache privater Fotografen gegenüber, die sich die Stadt auf der Ebene ihres Stadtviertels aneignen. Sie entwickelten ihre eigenen Vorstellungswelten der Stadt, dokumentierten deren Übergangszustände und erfanden eine Landschaft, die aus ihren affektiven Geografien gewoben ist. In der Ära Nkrumah (1957–1966) zog Accra auch zahlreiche Blicke von außen auf sich, deren visuelle Erzählungen die Erwartungen, aber manchmal auch die Enttäuschungen gegenüber dieser Stadt als Zentrum einer politischen Revolution offenbaren.
Indem diese unterschiedlichen Perspektiven miteinander in Beziehung gesetzt werden, soll untersucht werden, welche Sichtbarkeitsregime geschaffen werden, um der Stadt als Träger einer politischen Utopie Gestalt zu verleihen. Das Projekt stützt sich hierzu auf die ikonografische Untersuchung der Bilder ghanaischer und internationaler Fotografen (James Barnor, Willis E. Bell, Konrad Helbig, Richard Wright), sowie auf die publizistischen Formen, in denen die Stadt dargestellt und vermittelt wurde, etwa in Form von Stadtentwicklungsplänen, Fotomagazinen und -büchern oder auch Postkarten.
 

Zur Person toggler toggler

Werdegang toggler toggler

Margaux Lavernhe ist Doktorandin an der École des Hautes Études en Sciences Sociales. Sie schließt derzeit ihre Dissertation ab, die von Anne Lafont betreut und von Anne Hugon mitbetreut wird und sich mit der Sozialgeschichte der ghanaischen Fotografie zwischen den 1950er und 1970er Jahren befasst, insbesondere anhand der Archive von James Barnor. Als Absolventin der ENS Lyon und mit einer Aggregation in Geschichte unterrichtete sie Kunstgeschichte, Fotografie und zeitgenössische afrikanische Geschichte an der EHESS und an der Universität Paris 1 Panthéon-Sorbonne. Darüber hinaus ist sie als Ausstellungskuratorin in Frankreich und Ghana tätig.

Kontakt

Margaux Lavernhe