Charlotte Menut Pergola

Charlotte Menut Pergola

Stipendiatin des Zwei-Jahresthemas

2026 – 2028

Charlotte Menut Pergola forscht im Rahmen des Zwei-Jahresthemas »Das Bild der Stadt« am DFK Paris zu Nachtsichtbildern der Stadt.
 

Forschungsschwerpunkte toggler toggler

Die Stadt in Nachtsicht: Die Stadt bei Nacht im Kino, in der Fotografie und in der zeitgenössischen Kunst

 

In seinem Text Paris Futur (1851) verankerte Théophile Gautier die urbane Moderne in einer gesteigerten Sichtbarkeit und flächendeckenden Beleuchtung der Stadt: Das Bild der modernen Stadt muss hell und lesbar sein, damit die Menschen ihre Vergnügungen ohne Grenzen genießen können. In der Vorstellung einer vollständig beleuchteten Metropole zeigt sich die Ambivalenz der Stadt bei Nacht: Sie ist zugleich ein zu rationalisierendes und kontrollierendes Objekt und ein marginales Terrain des Vergnügens und der Freizeit. Heute erlauben Nachtsichttechnologien diese Kartografie der nächtlichen Stadt. Ursprünglich im militärischen Kontext entwickelt und eng mit Überwachungstechnologien verbunden, ermöglichen sie es, die Dunkelheit zu durchdringen und Dinge sichtbar zu machen, die dem menschlichen Auge sonst verborgen bleiben. Zugleich eignen sich Künstler:innen diese Technologien an, um die nächtliche Stadt zu dokumentieren und ihre Lesbarkeit zu befragen. Die dabei entstehenden Bilder sind vielgestaltige und jeweils singuläre Bildobjekte, die durch technische Verfahren geprägt und zugleich ästhetisch eigenständig sind. Sie erzeugen ein medialisiertes Bild der nächtlichen Stadt, das uns Zugang zu einem anderen Sichtbaren eröffnet und dieses zugleich verändert. Wie verändert diese neue Bildtechnik unsere Wahrnehmung und damit unsere Erfahrung der Stadt bei Nacht? Welche Vorstellungen von der nächtlichen Stadt verschwinden, welche werden neu entdeckt? Inwiefern wird eine Lesbarkeit der Stadt in einer vermeintlich vollständig sichtbaren Welt möglich? Das Projekt fragt danach, welche Facetten der Stadt durch Technologien der Nachtsicht sichtbar werden und welche ihrem Blick entzogen bleiben. Im Zentrum stehen die Geschichte von Technologien der Nachtsicht, ihr Platz in der visuellen Kultur sowie ihre Aneignung durch Künstler:innen. Untersucht wird dabei auch, wie diese sich in Traditionen des nächtlichen Betrachtens einschreiben oder mit ihnen brechen – insbesondere mit der Figur des Flaneurs, der die Logiken der nächtlichen Stadt erschließt und zu ihrer Lesbarkeit beiträgt.

Zur Person toggler toggler

Werdegang toggler toggler

Charlotte Menut Pergola ist Doktorandin im Fach Film- und audiovisuelle Studien an der Universität Sorbonne Nouvelle. Sie arbeitet an einer Dissertation mit dem Titel „Das Verschwinden der Nacht: Technologien der Nachtsicht und die Aushandlung des Sichtbaren in Film, Fotografie und zeitgenössischer Kunst“ unter der Betreuung von Antonio Somaini (LIRA). Parallel zu ihrer Forschung engagiert sich Charlotte Menut Pergola in der Programmarbeit an Ausstellungs- und Filminstitutionen. Im Jeu de Paume konzipierte und organisierte sie das Begleitprogramm zur Ausstellung Chantal Akerman. Travelling im Jahr 2024 und war an der Organisation von Filmreihen beteiligt.

Kontakt

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