Franca Buss

Franca Buss

Boursière

mars – mai 2026

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Angesichts der ökologischen Herausforderungen der Gegenwart rückt das Verhältnis von Mensch und Natur zunehmend ins Zentrum gesellschaftlicher und ästhetischer Debatten. Landschaft erscheint dabei nicht als statischer Hintergrund, sondern als dynamisches Gefüge aus natürlichen, kulturellen und ökonomischen Kräften. Mein Forschungsprojekt untersucht, wie solche Dynamiken bereits in der Landschaftsmalerei der Frühen Neuzeit sichtbar werden und wie Bilder von Landschaft historische Formen des Umweltwissens, der Ressourcennutzung und der Naturwahrnehmung nicht nur darstellen, sondern aktiv mitformen.
Methodisch verbindet das Projekt kunsthistorische Bildanalysen mit einer kontextualisierenden Betrachtung wissenschafts- und umweltgeschichtlicher Entwicklungen. Die Landschaftsmalerei wird dabei als ein Medium verstanden, in dem Auffassungen von Naturkräften entwickelt, erprobt und verhandelt werden.
Derzeit widme ich mich besonders Formen  metabolischer Landschaftserfahrung, wie sie in der frühneuzeitlichen Vorstellung, die „Augen weiden zu lassen“ (oculus pascere) zum Ausdruck kommt. Wahrnehmung erscheint hier nicht als distanzierte Betrachtung eines Gegenübers, sondern als körperliche und affektive Beziehung zwischen Mensch und Umwelt, in der sich der Blick gleichsam an der Landschaft nährt.

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Franca Buss hat Germanistik, Philosophie und Kunstgeschichte an der Universität Hamburg studiert und zur Frage nach den Auswirkungen aufklärerischer Debatten um den Status von Erinnerungsstiftung und Jenseitshoffnung auf die Grabmalkultur des 18. Jahrhunderts promoviert (summa cum laude; gefördert durch die Gerda Henkel Stiftung). Die Arbeit im März 2024 wurde mit dem Deubner-Promotionspreis vom Deutschen Verband für Kunstgeschichte ausgezeichnet und ist im Juli 2025 bei De Gruyter in der Reihe „Ars et Scientia“ erschienen. 
Von Oktober 2016 bis September 2017 arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Prof. Dr. Iris Wenderholm am Kunstgeschichtlichen Seminar in Hamburg. Dort war sie auch von April 2022 bis Oktober 2023 wissenschaftliche Mitarbeiterin von Prof. Dr. Frank Fehrenbach. Seit Oktober 2022 ist Franca Buss Mitarbeiterin der DFG Kolleg-Forschungsgruppe „Imaginarien der Kraft“. In der gleichnamigen Reihe hat sie gemeinsam mit Philipp Müller 2020 ein Sammelband zu „Formen und Kräften von Gewaltbildern“ („Hin- und Wegsehen“, DeGruyter) veröffentlicht. 
In ihrem aktuellen Forschungsprojekt beschäftigt sich Franca Buss mit den dynamischen Qualitäten der Landschaft in der Malerei der Frühen Neuzeit. Darüber hinaus engagiert sie sich in verschiedenen wissenschaftsvermittelnden Formaten an der Schnittstelle von Kunstgeschichte, Gegenwart und Öffentlichkeit. In dem transdisziplinären Forum Energiewende GESTALTEN bringt sie Perspektiven aus der historischen Bildforschung in aktuelle Debatten über die ästhetischen Auswirkungen der Energiewende ein.

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